Luis Cobelo

Die vorletzte Ausstellung unseres Jahresprogramms zeigt ursprünglich als Instagram-Stories entstandene Arbeiten „Them“ und „Afuera 2020“ von zwei Künstler*innen: der von sich selbst als Cloud-Based Artist sprechenden Linn Phyllis Seeger (DE/UK) und des mehrfach als Dokumentarfotograf ausgezeichneten Luis Cobelo (VE/US). In großen, raumgreifenden Videoprojektionen werden die einzelnen Videos der Beiden wie zusammengehörende Raumskulpturen präsentiert; vielleicht weil sie von Isolation, Distanz und der Beobachtung sprechen. Vielleicht auch, weil das Medium Internet genau diesen Blickwinkel sehr gut bedient.

In der Surrealität des Lockdowns wurden Spaziergänge zu einer Form der Vergewisserung: die Welt gibt es noch. Aber was für eine? Linn Phyllis Seeger beobachtete und begann zu filmen: Wer sind die Anderen? Der aggressive Zoom, ein Heranziehen, eine Fiktion von Nähe inmitten der Isolation, das kontaktlose Alleinsein unter Anderen.

Unter strenger Ausgangssperre fand Luis Cobelo auf dem Dach seines Wohnhauses in Barcelona ein neues Draußen: Eine auf die Nachbardächer reduzierte Außenwelt, dessen Beobachtung für Cobelo zunächst eine Ablenkung ist von den, im Lockdown lautgewordenen, eigenen Gedanken. Das Filmen wird bald zur Meditation und Obsession.

Afuera 2020, Luis Cobelo
Afuera 2020, Luis Cobelo

Linn Phyllis Seeger und Luis Cobelo sind befreundet. Noch im Februar 2020 – nur zwei Wochen vor dem ersten europäischen Lockdown – sind sie zusammen in Mexiko. Während der Quarantäne bleiben sie in Kontakt, das tägliche Schauen der Instagram-Stories des jeweils Anderen und der Austausch über die isolationsbedingte Verzweiflung werden zum gegenseitigen Alltag.

Them, Linn Phyllis Seeger
Them, Linn Phyllis Seeger

FIGURE

Für den Besuch der Ausstellung ist ein aktueller Negativtest oder ein Nachweis über vollständige Impfung oder Genesung erforderlich.

Sensitive Content wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, der Bezirksvertretung Köln-Ehrenfeld und der Beatrix-Lichtken-Stiftung.