We want to win #3 zeigt zum dritten Mal in den Räumlichkeiten des Atelierzentrums Ehrenfeld Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen, die teils im Dialog, teils im Kontrast zueinander vom Künstler und Kurator Arseniy Shuster präsentiert werden. Am Samstag, den 29.06.2018, laden wir ab 19:00 Uhr zur feierlichen Vernissage ein.

Antonia Baever aka Genda Fluid

lebt und arbeitet in Moskau. Sie studierte an der Staatlichen Universität für Kunst und Kultur Moskau und an der Rodchenko Kunstschule für Fotografie und Multimedia Moskau. Antonina Baevers Arbeit legt die Risse im scheinbar harmonischen Status Quo der Internetwelten frei. Sie untersucht verschiedenste „Fehler“ und schlägt im Gegenzug alternative Verfahren vor, die es den Betrachtern erlauben, ihre Wahrnehmung zu verändern und über traditionelle Grenzen hinaus zu denken.

Das Auftreten ihres Alter Egos Genda Fluid markiert die jüngste Phase in Baevers Werk. Indem sie sich zunehmend dem traditionellen sozialen Beziehungssystem entzieht, konstruiert und kreiert sie ihre eigene Utopie, die auf zeitgenössischen postdigitalen Visionen von einer idealen Welt basiert. Als digitale Version von Antonina Baever lebt Genda Fluid in dieser Welt. Dabei ist sie keinerlei Einschränkungen durch konservative Gesellschaftskonventionen, rudimentäre Moralvorstellungen oder überkommene physikalische Gesetze ausgesetzt.

 

Arseniy Shuster

Die künstlerische Arbeit von Arseniy Shuster umfasst die Genres Fotografie, Video und Installation. Dabei beweist sich der Küstler als ein sensibler Dokumentar. Er ist gleichzeitig der genauen Beobachtung, aber auch der Einordnung und Typisierung seiner dezidiert inhaltlich orientierten Motiv- und Themenrecherche verpflichtet.

Der gebürtige Moskauer studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, die er als Meisterschüler von Prof. Marcel Odenbach 2015 absolvierte. Der Preisträger des Absolventenstipendiums der Freunde und Forderer der Kunstakademie Düsseldorf (2015) verfügt über eine nationale und internationale Ausstellungspraxis und ist neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch als Kurator tätig.

Für den artrmx e.V. kuratiert Arseniy Shuster die Reihe "We want to win".

 

Felix Warnatsch

lebt und arbeitet in Freiberg. Er absolvierte 2015 die Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof. Martin Gostner.

Die Vergänglichkeit an sich, das Fließen und Verfließen der Zeit, der Wandel und die Bestandsaufnahme des Moments sind das verbindende Thema in Felix Warnatschs Installationen. Der Mensch als Betrachter kann am Prozess der Veränderung, des Alterns teilnehmen und die Endlichkeit des Materiellen erfahren, je nach Standpunkt und Einstellung im Jetzt oder in weiter Zukunft.

Felix Warnatschs Materialien (Holz, Beton, Eisen, Schaumstoff) sind zumeist Fundstücke - Wiederentdecktes und durch Lebensdauer Aufgeladenes. Kulturelle Dinge, vom Menschen Geschaffenes, an denen sich durch dauerhafte Natureinflüsse der Verfall bereits abzeichnet. Das Ruine-Werden hat begonnen und wird im Neugebilde, dem Kunstwerk weiter vollzogen. So entstehen mit der Geschichte des Materials provisorische Skulpturen und teils poetische Bilder (über die Zeit).

 

Stefan Braunbarth

Der Fotograf und Produzent Stefan Braunbarth lebt und arbeitet in Köln und ist Teil des Kreativduos No Drama. Als Fotograf und Regisseur ist er weltweit für Kampagnen, Musikbands und vor allem große Modehäuser unterwegs.

Im Rahmen von "We want to win #3" stellt Stefan Braunbarth eine Serie von Makrofotografien aus. Anders als vermutet sind dieses mal weniger die Menschen Protagonisten seiner Bilder. Im einem künstlerischen Forschungsprozess ist es Braunbarth gelungen, durch den Einsatz von besonderen Makroverfahren XTC-Tabletten so zu fotografieren, dass die Zusammensetzung ihrer Wirkstoffe sichtbar wird. Je reiner der Wirkstoff, desto "ruhiger ihr Abdruck". Interessant erscheinen für den Künstler auch die Motive, mit denen die Tabletten geprägt sind: Stehen sie in einer Relation zu ihrem Reinheitsgrad?